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Der Kammerbohrer – Bohren auch unter Wasser










30.10.2017  Einer unserer Kunden stellte uns vor die Aufgabe, mittels Bohrungen die Mächtigkeit und Beschaffenheit von unkonsolidierten Teichsedimenten und den unterlagernden, aufgeweichten Auenlehmen zu erkunden. Kleiner Pferdefuß bei dieser Aufgabe war, dass die Teiche zum gewünschten Zeitpunkt für die Ausführung der Bohrarbeiten teilweise noch mit Wasser bespannt waren. Mit unserem normalem Equipment eine kaum lösbare Aufgabe, da bei den halboffenen Sondierstangen flüssige und breiige Lockergesteine auslaufen und durch Vibration bei Einsatz eines Kleinrammbohrunggerätes auch weiche Böden verflüssigt würden. Eine adäquate Lösung für diese spezielle Aufgabenstellung ist der sogenannte Kammerbohrer (auch Kamm- bzw. Moorbohrer genannt).

Hierbei handelt sich um eine Art Stechbohrer, der sich aus dem Bohrschwert, den Gewindeverlängerungen und dem Kunststoffhandgriff zusammensetzt. Das Bohrschwert besteht aus einem Bohrkörper mit einer halbzylindrischen Probeaufnahme, einem sich um die Bohrerachse drehendem winkelförmigen Schließblech und einer massiven Spitze an der Unterseite. Unser Set erlaubt zurzeit eine max. Bohrtiefe (einschl. der Wassersäule) von 2 m, jedoch sind tiefere Bohrungen mithilfe weiterer Verlängerungsstangen möglich.

Nach unseren ersten Erfahrungen eignet sich der Kammerbohrer hervorragend für eine tiefenspezifische Probenahme von gesättigten Böden mit flüssiger bis max. weicher Konsistenz. Erfahrungen in rolligen Böden gibt es zum jetzigen Zeitpunkt nicht, jedoch werden vom Hersteller Probenahmen bis zur lockeren Lagerung in Sandböden angegeben.

Bei der Benutzung wird der Bohrer senkrecht bis zur gewünschten Teufe von Hand in das Sediment eingedrückt, um 180° rechtsherum gedreht und anschließend herausgezogen. Durch die besondere Konstruktion hat sich das Stechteil nach einer halben Umdrehung durch den Boden geschnitten und das Schließblech verschließt die Probe im Bohrer. Wenn durch Zurückklappen des Schließblechs die Probe aus dem Stechteil geschabt wird, ermöglicht dies eine sehr genaue, tiefenspezifische Ansprache und Beprobung der Bodenschichten. In unserem Fall konnten die Feinschichtung des Teichsediments und auch die Schicht deutlich erkannt und beschrieben werden.
Der spaßigste Teil bei der dreitägigen Bohrkampagne waren die Bohrungen auf dem Wasser. Wie bereits erwähnt waren die Teiche teilweise mit Wasser gefüllt, also musste die Probenahme von schwimmenden Plattformen aus durchgeführt werden.

Bei schönstem Sommerwetter den ganzen Tag auf dem Wasser – was will man mehr? Es war erstaunlich, wie gut der Kammerbohrer auch unter Wasser funktionierte, denn beim Herausziehen gab es kaum Materialverluste. Ohne unsere neue Errungenschaft hätten wir die Aufgabenstellung nicht lösen können. Wir freuen uns daher auf weitere spannende Projekte mit dem Kammerbohrer!

Nähere Auskünfte gibt Ihnen gerne Martin Weiz.

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