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Altlastensanierung unter historischer Kulisse






30.10.2017 

In einem Teilbereich des historischen Stadtkerns von Bad Salzuflen ist eine Belastung des Grundwassers mit leichtflüchtigen chlorierten Kohlenwasserstoffen (LCKW) vorhanden. Festgestellt wurde diese Belastung vor einigen Jahren, als im Zusammenhang mit der geplanten Speisung eines Brunnendenkmals mit dem im historischen „Marktbrunnen“ gefassten Grundwasser eine Trinkwasseranalyse durchgeführt und hierbei ein hoher Tetrachlorethen-Gehalt festgestellt wurde. Der Marktbrunnen diente dabei bis in das 19. Jahrhundert der Trinkwasserversorgung der Wohnbevölkerung im historischen Stadtkern.

Quartäre Sande und Kiese bilden den durch den Marktbrunnen erschlossenen Grundwasserleiter. Hydrogeologische Besonderheit in diesem Teil Bad Salzuflens ist, dass innerhalb der weniger als 10 m mächtigen Sande und Kiese oberflächennah eine Süßwasserlinse vorhanden ist, die von Sole mit Salzgehalten von bis zu 100 g/L unterlagert wird. Die subartesisch gespannte Sole dringt dabei aus dem unterlagernden Keuper-Festgestein in die Sande und Kiese ein.

Detaillierte Untersuchungen zeigen, dass sich die LCKW-Belastung nahezu ausschließlich auf das Süßwasser beschränkt. Dabei konnte die Fahne im Grundwasser mittlerweile weitgehend abgegrenzt werden. Die die Fahne verursachende Eintragsstelle wird zur Zeit noch ermittelt.

Um eine weitere Abdrift des belasteten Grundwassers zu unterbinden, ist im Rahmen eines vom AAV NRW und der Stadt Bad Salzuflen finanzierten Projekts die Fassung, Abreinigung und Ableitung des belasteten Grundwassers vorgesehen. Die „knifflige“ Aufgabe ist dabei, die Fassungseinrichtungen so zu gestalten, dass das LCKW-belastete Süßwasser gewonnen werden kann, ohne hohe Anteile von Sole mit zu fördern.

Eine weitere Herausforderung des Projekts ist es auch, die Sanierungseinrichtungen mitten in einem verkehrsberuhigten und eng bebauten historischen Stadtkern „unterzubringen“, die dann auch noch in Kürze komplett neu gestaltet werden soll. Alle unterirdischen Sanierungseinrichtungen müssen daher zeitnah so hergestellt werden, dass spätere Eingriffe in die hochwertig neu gestalteten Flächen nicht mehr erforderlich sind. Der Zeitplan für die Umgestaltungsmaßnahmen machte es dabei zwingend erforderlich, bereits konkrete Sanierungsmaßnahmen zu planen, während gleichzeitig die ergänzende Standorterkundung im Rahmen der Sanierungsuntersuchung noch im vollem Gange war. Eine erste entscheidende Hürde wurde mit dem termingerechten Beginn der Bohrarbeiten zur Errichtung der Sanierungsbrunnen genommen.

Nähere Auskünfte erteilen gerne Frau Ilka Delbanco und Herr Dr. Michael Kerth.



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